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The Tragedy of Territory    2025
Öl auf Karton
80 x 110 cm
Industrieareale, einst abgeschottete und autonom verwaltete Territorien, geprägt von Macht, Geheimhaltung und Umweltrisiken, formten und prägten das Bild der Region Basel stark. Mit zunehmender Regulierung und Umweltbewusstsein wurde diese Autonomie eingeschränkt, als Reaktion verlagerte sich die Produktion in Länder mit laxeren Vorschriften. Die giftigen Nebenwirkungen – Umweltverschmutzung, schlechte Arbeits- bedingungen – sind dadurch für die westliche Öffentlichkeit unsichtbar geworden.
Zurück bleiben die architektonische Hüllen und romantisierte Erinnerungen. Ehemalige Fabrikareale werden gentrifiziert und kulturell umgenutzt: Hochschulen, Ateliers, Freizeitstätten entstehen, während industrielle Relikte wie Scheddächer und Schienen als dekorative Objekte inszeniert werden. Die Industrie wird dadurch entfunktionalisiert, ästhetisiert und als harmlose Kulisse konsumierbar gemacht.
Dieser Prozess ähnelt historischen Mechanismen der Landschaftswahrnehmung: Bereits in der Antike wurde Natur von der Elite als Bild und Erholungsraum genossen, während die harte Arbeit auf dem Land ausgeblendet wurde. Heute geschieht Vergleichbares mit der Industrie – deren reale, oft problematische Präsenz lediglich verlagert und nicht aufgelöst wurde.
Die vermeintlich saubere Transformation ist also eine kulturelle Abstraktion: Flüsse färben sich noch immer rot und Fische sterben – nur nicht mehr vor unserer Haustür. Die „Tragödie des Territoriums“ liegt in dieser Entkopplung von Realität und Wahrnehmung.

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